Maria Montessori

 
Maria Montessori war eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Pädagogik des 20. Jahrhunderts und eine der Wegbereiter/innen für die moderne Pädagogik.
Maria Montessori ist Gründerin der Montessori-Kindergärten, -schulen und pädagogischen Einrichtungen sowie der Montessori-Lernmaterialien, die heute auf der ganzen Welt verbreitet sind.
 

Kurze Biographie Maria Montessoris

 
Maria Montessori wurde am 31. August 1870 in Italien in der Nähe von Ancona geboren. Sie wuchs als Einzelkind in großbürgerlichen Verhältnissen auf und folgte früh ihrer inneren Berufung, Ärztin zu werden. Der Weg dort hin wurde ihr von der Gesellschaft nicht leicht gemacht, 1896 jedoch wurde sie erste Doktorin der Medizin Italiens.
 
Schon während ihres Studiums begann Ihre Laufbahn als Assistenzärztin in der Kinderpsychiatrie - diese Zeit war sehr prägend für ihre spätere Arbeit.
Sie stellte fest, dass sogenannte psychisch kranke Kinder oft als medizinisch krank eingestuft wurden, sich jedoch in den meisten Fällen unter ihrer spezieller Zuwendung und Förderung normal entwickeln konnten. Diese Erfahrungen veranlassten sie, neue Wege zu entwickeln.
 
1899 – 1901 Gründung und Arbeit im Heilpädagogischem Institut in Rom
 
Ab
1901 Studim der Anthropologie und Psychologie
 
1904 Ernennung zur Professorin für Anthropologie an der Universität Rom
 
Ab
1907 ärztliche Aufsicht über das erste Kinderhaus in San Lorenzo, einem Vorort von Rom, wo sie mit ihren Behandlungsmethoden größte Erfolge erzielt
 
Ab
1913 Verbreitung ihres Werkes durch Reisen, Vorträge und ihre Bücher
 
1922 Ernennung zum Regierungsinspektor der Schulen Italiens
 
Der Nazionalsozialismus erschwerte die Arbeit Maria Montessoris und deren Verbreitung erheblich, sodass sie schließlich von Indien aus ihre Arbeit fortsetzte und erst 1947 nach Europa zurück kehrte.

1952 starb sie in den Niederlanden.
 
Maria Montessori hatte einen unehelichen Sohn, der ihr Lebenswerk nach ihrem Tod fortsetzte.
 

Grundsätze der Arbeit Maria Montessoris

 
Im Mittelpunkt von Maria Montessoris Pädagogik steht die bekannte Grundsatzhaltung von Erziehern und Lehrern, den Kindern „zu helfen, es selbst zu tun“ – damit respektieren sie den natürlichen Lernantrieb der Kinder, und deren Selbständigkeit, gleichzeitig fördern sie aber durch ihre Präsenz und kontinuierliches Beobachten und entsprechende individuelle Hilfestellungen die Entwicklung des Kindes in optimaler Weise.
Bestimmte Formen des sozialen Umgangs wie gemeinsame Mahlzeiten, „Stillezeiten“ etc., sowie speziell von Montessori entwickeltes Lernmaterial, unterstützen eine konkrete Umsetzung dieser Grundsätze.
 

Montessori-Kindergärten und Schulen

 
Schon zu Lebzeiten Maria Montessoris fand ihre Lehre sicher auch mit bedingt durch ihre weltweiten Reisen Verbreitung auf der ganzen Welt. Dies hat sich nach ihrem Tod fortgesetzt und so gibt es auch heute weltweit pädagogische Einrichtungen im Sinne Maria Montessoris.
 

Kindergärten

 
Montessori misst den ersten 6 Lebens- und Entwicklungsjahren besondere Bedeutung bei - in diese Phase fällt auch die Kindergarten –und Vorschulzeit.
Gerade diese Zeit prägt Kinder ganz entscheidend in Bezug auf das Thema Lernen und Selbständigkeit. Dem wird in Montessori-Kindergärten in besonderem Maße Rechnung getragen, indem Kinder viel beobachtet werden, und dort individuell unterstützt werden, wo ihre größten Neigungen sind.
Viel Wert wird auch auf die Entwicklung sozialer Kompetenzen gelegt, außerdem stehen Ausflüge wie Wanderungen oder Besuche von Einrichtungen auf dem Programm.
 

Schulen

 
Die Montessori-Schulen führen im Allgemeinen bis zur Mittleren Reife. Dabei werden üblicherweise jeweils mehrere Jahrgänge in einer Klasse parallel unterrichtet, was soziale Kompetenzen ganz wesentlich fördern kann.
Typisch für Montessori-Schulen ist der „offene Unterricht“ zusätzlich zum Frontalunterricht– d.h., die Freiarbeit, bei der sich jedes Kind aussuchen kann, mit was es sich beschäftigt.
Das Klassenzimmer ist Unterrichtsraum, aber gleichzeitig auch Lebensraum, ganzheitliches Lernen steht im Vordergrund.
Im Mittelpunkt steht das Kind mit seiner Individualität. Lebensnahes Lernen ist ebenso wichtig wie fachbezogenes Wissen.
 

Montessori-Arbeitsmaterial

 
Das Montessori-Arbeitsmaterial umfasst verschiedene Kategorien und fördert grundsätzlich ein ganzheitliches Lernen.
Zu den wichtigsten Kategorien zählen Sinnesmaterial, Mathematisches Material, Sprachmaterial, Material zum praktischen Leben, biologisches Material und geografisches Material.